Mein Praktikum in den Salvador Studioz | von Luca Stock
- Luca Stock
- 27. Feb.
- 12 Min. Lesezeit
Hi! Ich bin Luca, 23 Jahre alt und war ein halbes Jahr lang Praktikant in den Salvador Studioz. Meine Motivation dahinter war, die Prozesse der Audio-Produktion besser kennenzulernen und mir eine berufliche Orientierung in diesem Arbeitsbereich zu beschaffen, da ich in meiner Freizeit gerne Musik mache und mich dieser Berufszweig sehr interessiert. Ein Praktikum in einem Tonstudio zu bekommen, war alles andere als einfach. Die meisten Agenturen/Tonstudios nehmen keine Praktikanten auf, was sie einem im Bestfall direkt am Telefon sagen. Gut also, dass ich in den Salvador Studioz gelandet bin. Ein Praktikum ist hier sowohl im Bild- und Grafikdesign als auch in der Audio-Produktion möglich. Ob nun als vierwöchiges Schülerpraktikum oder als freiwilliges Halbjahrespraktikum. Zudem bekommen Praktikant*innen hier wichtige Aufgaben und tragen daher zu einem gewissen Teil auch eine Verantwortung gegenüber der Agentur. Innerhalb meines Praktikums in den Salvador Studioz, konnte ich viele Eindrücke und Erkenntnisse in der Welt der Musik- und Audioproduktion sammeln, von denen ich euch hier gerne einmal die Wichtigsten schildern möchte. Los geht’s!
Einarbeitung: 1. & 2. Woche
In der ersten Woche ging es darum, mein Arbeitsumfeld kennenzulernen und die alltäglichen Routinen, wie zum Beispiel das Nachfüllen des Getränke-Kühlschranks oder wie man den Aufnahme-/Proberaum richtig ordnen soll, zu erkennen und durchzuführen.
Außerdem konnte ich Matthias bereits während einiger Aufnahmen und beim Audio-Mixing zuschauen. Wenn ich mal keine Aufgaben hatte, konnte ich die Möglichkeit nutzen mich per Tutorials, Artikel und Bücher selbst weiterzubilden oder Namensvorschläge für Firmen und Firmenprodukte auf der Internetseite ''designenlassen.de'' zu entwerfen. Fabian, ein Praktikant, zeigte mir wie ich ein Mikrofon richtig auf- und abbaue und wo ich das Zubehör dafür finde. Matthias erklärte mir dann zusätzlich, dass Mikrofone verschiedene Richtcharakteristiken haben, weshalb unterschiedliche Mikrofone für verschiedene Arten von Aufnahmen verwendet werden. Die Richtcharakteristik gibt an, aus welcher Richtung und wie empfindlich ein Mikrofon auf Schallwellen aus verschiedenen Richtungen reagiert. Es empfiehlt sich daher beispielsweise bei Sprach- und Gesangsaufnahmen, Mikrofone mit Nierencharakteristik zu benutzen, da sie vorrangig Schall von vorne aufnehmen, Töne von hinten ausblenden und seitliche Schallwellen von vorne nach hinten zunehmend abgeschwächt aufzeichnen. Dies hat auch den Vorteil, dass das Mikrofon weniger rückkopplungsanfällig ist.

In der zweiten Woche durften Robert (ebenfalls Praktikant) und ich uns zusammen im Mischen von Audiospuren versuchen. Hierbei sollten wir die Vocals von zwei Tracks innerhalb der DAW (Digital Audio Workstation) Logic Pro X mit verschiedenen Effekten bearbeiten und Störgeräusche entfernen. So verwendeten wir beispielsweise einen Equalizer (EQ), um gewisse Frequenzbereiche der Stimme abzusenken oder abzuheben. Grob gesagt, kann man dadurch Tiefen, Mitten und Höhen eines Instruments oder einer Audio anpassen, um besondere Aspekte eines Klangs hervorzuheben. Wir benutzten unter anderem auch Kompression, um den Lautstärke-Unterschied zwischen den leisen und lauten Passagen zu reduzieren. Unser Ergebnis wurde dann später von Matthias kontrolliert und weiter verbessert. Zusätzlich habe ich Fabian auch ein wenig bei der Gestaltung eines Konzertplans für die Band „Dragol“ mitgeholfen. Dazu später mehr. Am Freitag endete Fabians Praktikum und da kam ich schon in Kontakt mit einer sehr coolen Tradition: Pizza Meeting am letzten Praktikumstag. Ich glaub ich muss keinem erklären, warum das cool ist.

Der Sample-Ordner: Ab der 3.Woche hatte ich den Auftrag, bestimmte Merkmale der Musikrichtung „Vaporwave“ zu recherchieren und diese in einem Textdokument festzuhalten. Dabei standen Informationen über verwendete Instrumente, Stil, Klangfarbe, Rythmen und ähnliche Musik/Interpreten im Fokus. Das Dokument diente mir und anderen Praktikanten als Anleitung für die nächste Aufgabe: Dem Erstellen eines Sample-Ordners aus vielen verschiedenen Loops um später daraus Vaporwave-Tracks komponieren zu können.
Diese sollen nämlich für die Trailer der neuen Salvador-Studioz Website verwendet werden, um die Atmosphäre der darin animierten 3D Welt zu untermalen. Meine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass meine und die Samples von anderen Praktikanten, dem Maßstab der Musikrichtung entsprachen. Um unseren Sound innerhalb dieser Musikrichtung zu optimieren, wurden wir auch angewiesen, verschiedene Effekte wie zum Beispiel Delay, Saturation, Distortion und Ring Modulation zu nutzen. Delay erstellt eine oder mehrere verzögerte Kopien vom Eingangssignals, was einen Echo-ähnlichen Klang erzeugt.
Saturation verzerrt den Sound leicht, betont somit bestimmte Frequenzbereiche und fügt Obertöne hinzu, wodurch ein Sound satter klingt.
Distortion beschreibt hingegen eine stärkere Verzerrung. Durch Übersteuerung kann sich der Sound komplett verändern (z.B durch Bit-Crushing, eine Form der Distortion: Bittiefe und Samplerate werden reduziert, was einen 8-bit Retro Sound erzeugt). Dieser Effekt muss jedoch sparsam genutzt werden, da sonst die Höhen zu voll und der Sound zu matschig wird.
Ring Modulation ist ein komplexes Thema. Es reicht erst mal zu wissen, dass wir sie nutzen können, um völlig neuartige Klänge zu erstellen, die vor allem auch unharmonische Obertöne enthalten.
Da wir für die Erstellung unserer Samples auf viele Synthesizer-Plugins zurückgriffen, sollten wir uns auch über das Thema Klangsynthese informieren.
Die Klangsynthese ist eine Methode zur Herstellung künstlicher oder Abwandlungen natürlicher Klänge. Sie basiert auf einer oder mehreren periodischen und/oder aperiodischen Schwingungen, welche kombiniert werden um einen Klang synthetisch zu erzeugen. Schwingungen sind Bestandteil eines jeden Geräuschs/Klangs welches ensteht. Unsere Ohren und unser Gehirn verarbeiten diese Informationen zu Geräuschen und Tönen. Periodische Schwingungen stehen für, regelmäßig wiederholende Schwingungen mit einer bestimmter Frequenz die als Ton wahrgenommen wird. Währenddessen stehen aperiodische Schwingungen für unregelmäßige Schwingungen ohne erkennbares Muster, welche als Geräusche/Krach wahrgenommen werden, aber auch Bestandteil periodisch erzeugter Klänge sein können (Hammerschlag bei Klaviersaiten oder Bogengeräusche bei Streichinstrumenten). Diese Schwingungen werden im Fall der Klangsynthese durch die Einstellungen sogenannter Oszilatoren bestimmt, welche heutzutage jeder Synthesizer besitzt.
Wenn ihr noch mehr über das Thema Klangsynthese erfahren wollt, könnt ihr euch gerne auch unseren Blog darüber durchlesen.

Meine Arbeit mit der DAW, Logic Pro X:
Innerhalb meines Praktikums hatte ich unter anderem die Aufgabe, die Vocals von verschiedenen Songs zueinander synchron zu schneiden.
Dabei musste ich besonders auf die Formen der Audiospuren achten, damit die Doubles auch akkurat auf die Hauptspuren passten.
Zu dem Zweck standen mir verschiedene Werkzeuge von Logic Pro zur Verfügung, um die Audio-Spuren zu kürzen, strecken/stauchen oder einfach zu schneiden.
Zusätzlich sollte ich mich mit vielen verschiedenen Funktionen und Tools von Logic Pro auseinandersetzen, um mit der Software effektiver arbeiten zu können und um mein allgemeines Wissen über die Möglichkeiten einer DAW auszubauen.
Ich selbst verwende FL Studio für meine Produktionen und auch wenn die beiden DAW´s sich in manchen Punkten unterscheiden, so kann man doch viele Funktionen und Tools welche Logic Pro besitzt, auch in FL Studio unter einem anderen Namen wiederfinden.
Funktionen in Logic Pro, welche mich besonders überraschten waren:
Apple Loops: Eine Liste, in der man alle in das Programm eingefügten Loops auswählen kann. Das besondere daran ist, dass man zum Einen bestimmte Attribute festlegen kann um die Suche nach dem richtigen Loop weiter einzuschränken und zum Anderen, dass man mit wenigen Klicks die Loops auch in verschiedene Tonarten transponieren lassen kann.


Listeneditor: Mit dem Listeneditor lassen sich extrem präzise Eingaben machen, was nützlich ist wenn ein Sample nicht exakt auf die Bpm passt (Bpm regelt die Geschwidigkeit eines Tracks) oder ein Ton eine ganz bestimmte Länge haben soll. Über die blauen Felder (Noten, Progr. Change etc.) kann man wählen, was angezeigt werden soll. Dann kann man in den, über die Taster oberhalb der Zahlenreihen die jeweiligen Events anpassen.
Die Zahleneingaben werden in ppq – pulse per quarter (also Puls pro Viertelnote) verarbeitet. Außerdem hat man auch einen direkten Zugriff auf den MIDI-Kanal, wodurch sich Sequenzen auf mehreren, verschiedenen Sounds übertragen und gleichzeitig abspielen lassen.
Flex Audio Quantisierung: Falls ein aufgenommenes Instrument aus dem Takt kommt und es zurzeit keine Möglichkeit für eine Neu-Aufnahme gibt, lässt sich das mithilfe von Flex-Audio beheben. Wenn man das Werkzeug aktiviert, den Takt festlegt und für das Instrument den passende Algorithmus wählt, (für Rhythmus Instrument: Fall Rhythmus, für melodische Instrumente: monophyon oder polyphon je nachdem ob es mehrstimmige Töne sind) werden die Audiodaten in sogenannte „Grains“ zerlegt. Einzelne Noten oder Drum-Schläge können dann im Timing und mit Flex-Pitch sogar an die Tonhöhe angepasst werden.

Deine letzte Aufnahme lief perfekt, bis du am Ende den Faden verloren hast? Kein Problem. Mit Loop-Recording kannst du mehrere Aufnahmen an der selben Stelle aufnehmen, welche dann wiederum alle in einem Ordner gespeichert werden und innerhalb desselben Abschnitt der Playlist gesichert werden. Nun kann man schnell und einfach aus mehreren Aufnahmen, einzelne Regionen markieren und somit das beste Ergebnis aus deinen Aufnahmen zusammensetzten. Und mit Hilfe des Fade-Tools kann mit nur einem Klick ein Fade-in/Fade-Out gesetzt werden, man kann sogar bei mehreren Samples gleichzeitig für alle Spuren einen Fade-in/Fade-out setzen. Und wenn man die mal einzelnen Audiospuren in getrennten Dateien konvertieren muss, um sie z.B woanders abgemischen zu lassen, geht man einfach auf folgende Reiter: Ablage -> Exportieren -> Alle spuren als Audiodateien
So spart man sich die Zeit alle Spuren einzeln aus wählen zu müssen.
Aufgrund meiner Erfahrungen mit dieser Software werde ich mir wahrscheinlich in Zukunft „Studio One“, eine der neusten DAW´s auf dem Markt, kaufen, da diese auch viele Features von Logic Pro als auch anderen DAW´s in sich vereint.
Ghostwriting und Rap-Workshop:

Als ich Matthias erzählte, dass ich hin und wieder Rap-Texte in meiner Freizeit schreibe, kam er auf die Idee, dass ich mich mal als Ghostwriter versuchen könnte. Ein Kunde hatte sich einen Text im Stil des deutschen Rappers „RAF Camora“ gewünscht, welcher auf den Wörtern „Kopf oder Zahl“ aufbaut. Dabei war es mir wichtig, so viele Grundlagen wie möglich aus seinem angefangen Originaltext mit einzubauen, da er selbst schon ein paar gute Ideen zu dem Thema sammeln konnte. Ich dichtete ein paar Lines hinzu und vervollständigte somit dem Text. Außerdem sorgte ich dafür, dass sich mindestens jedes letzte Wort einer Line reimt, damit alles im Text auf den Takt von dem Beat passte und genügend Flow-Variationen im Text vorhanden waren. Am Ende war der Kunde zufrieden mit dem Text und nahm den Track hier im Studio auf. Ein paar Wochen später gab es noch jemand anderen welcher Hilfe beim Texte schreiben benötigte. Er hatte auch Probleme damit seinen Flow aufzubauen und den Takt zu halten, deswegen empfahl ihm Matthias, dass er einen Rap-Workshop mit uns machen sollte, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Wir machten ein Treffen aus, an dem ich ihm seinen neuen Text präsentierte. Wir überflogen ihn nochmal, wobei wir einige Wörter, die sich für ihn natürlicher anfühlten austauschten. Ansonsten brachten wir noch ein paar andere Ideen von ihm mit in den Text ein. Danach übten wir den Text. Mal abwechselnd, mal zusammen. Nebenbei erklärte ich ihm, dass man auf gewisse sich wiederholende Instrumente wie z.B die Snare achten kann, um ein besseres Taktgefühl zu entwickeln und zu lernen, wie man seine Texte durch eine bessere Zeilenanordnung einfacher schreiben und rappen kann. Dazu gehörte, wie man Flows und seine Betonung auf einem Beat ausprobiert, indem man einfach „brabbelt“, also unsinnige Laute von sich gibt die keine richtigen Worte sind. Ein gutes Beispiel dafür wäre hier ein Video von dem YouTuber Tanzverbot. Viel Spaß damit.
Das Dragol-Konzert: Innerhalb meines Praktikantendaseins durfte ich auch eine eher untypische, jedoch sehr lehrreiche und faszinierende Erfahrung machen. Die Band „Dragol“ wollte während ihres Konzertes in der Stadthalle Hiltrup, ein Live-Album aufnehmen. Eigentlich gehört der Bereich Veranstaltungstechnik nicht zu dem Angebot der Salvador-Studioz, da sich das Equipment nicht optimal für den Live-Gebrauch eignet. Doch da die Band bereits ein bekannter Kunde war und Sie Matthias unbedingt mit dabei haben wollten, wurde dieser Auftrag von uns übernommen.
Für eine erfolgreiche Live-Aufnahme mussten wir das Rack aus der Regie und die dazugehörigen Kabel mitnehmen. Das Rack von den Salvador-Studioz besteht aus einer Presonus Central Station, einem Element 88 und einem Apogee Ensemble. Außerdem war es wichtig, dass wir die PA-Lautsprecher aus dem Aufnahme/Proberaum mitnahmen, da wird diese auch seitlich auf der Bühne aufstellen konnten.
Damit wir beim Verkabeln der Geräte vor Ort nicht zu viel Zeit verlieren würden, war es meine Aufgabe, vor dem Konzert alle Kabel ausfindig zu machen, herauszufinden mit welchen Geräten die Kabel-Endungen verbunden waren, in welchen In/-Outputs (Eingängen) sie steckten und um was für eine Art von Kabel es sich dabei eigentlich handelt.
Nachdem ich eine Tabelle mit diesen Information in Form einer PDF angelegt hatte, sollte ich jede einzelne Endung mit laminierten Notizzetteln markieren. Das sah dann so aus:


Am Tag des Konzerts unterstützte ich beim Aufbau, in dem ich die Mikrofone und PA-Lautsprecher auf der Bühne aufbaute und diese mit XLR-Kabeln an den Stageboxen von 2 Multicore-Kabeln anschloss. Dafür hatten wir uns zusätzliche Kabel von der Firma Kompakt-Sound ausgeliehen. Die Kabelpeitschen der Multicore-Kabel wurden dann wiederum an die fest montierten Stageboxen hinter der Bühne angeschlossen, um die einzelnen Signale der XLR Kabel zur Regie weiterzuleiten. Der Konzert-Plan den Fabian damals erstellt hatte, war hier von entscheidener Bedeutung, da er alle notwendigen Kabelverbindungen auflistete und angab, an welchen Geräten sie angeschlossen werden müssen. Diese wurden dann passend durchnummeriert, damit man wusste in welchen Eingang der Stageboxen die XLR-Kabel zusätzlich angeschlossen werden mussten.

Beim Aufbau der PA-Lautsprecher stießen wir auf ein Problem. Die PA-Lautsprecher die wir mitbrachten, zwei RCF-ART 312 AMK IV hatten leider keine Speakon-Buchse, sondern eine Kombibuchse. Das ist ein Eingang in welchem man sowohl XRL- als Kinkenstecker anschließen kann, aber keine Speakon-Stecker. Da die Stadthalle Hiltrup nur eine Speak-On Verbindung für das Audiosignal zur Verfügung hatte, mussten wir uns was einfallen lassen. Glücklicherweise gab es unter der Bühnenausrüstung noch einen Bodenmonitor, an welchen wir den Speak-On Stecker anschließen konnten. Dann benutzten wir Kinkenkabel um unsere PA-Lautsprecher mit den Bodenmonitoren zu verbinden. Somit konnte eine Verbindung aufgebaut werden, in welcher der Bodenmonitor das Audio-Signal von dem Rack empfangen konnte und welches er dann auf die PA-Lautsprecher mit übertrug. Manchmal muss man einfach nur improvisieren.

Als die Technik-Fragen geklärt waren, war es Zeit, zusammen mit der Band den Soundcheck durchzuführen. Da Matthias in der Regie, weit entfernt von der Bühne an seinem Rack, den Sound der Instrumente und Mikrofone regelte, sollte ich mich während der Bandprobe an verschiedenen Stellen vor der Bühne positionieren, um aus mehreren Winkeln der Halle den Sound überprüfen zu können. Nachdem wir das Gefühl hatten, dass der Sound aller Instrumente und Stimmen optimal war, machten alle erst mal eine Pause und Matthias bestellte uns beiden eine große Pizza und dazu Pizza Brötchen (nice).

Zusätzlich hatte sich die Band gewünscht, dass wir während der Show den Vorhang bedienen, um an bestimmten Momenten während der Live Performance den Vorhang zu öffnen/schließen. Es war ursprünglich geplant, dass wir uns dafür nur an ein Skript halten sollten. Aber aufgrund einiger Änderungen sollte uns eine bestimmte Person im Publikum ein Handzeichen geben. Leider winkte uns jemand zu, welcher tatsächlich nichts mit der Absprache zu tun hatte wodurch wir den Vorhang während der ersten Hälfte des Konzert etwas zu früh öffneten und die Band zu dem Zeitpunkt noch nicht bereit war. Upps... Naja, abgesehen von dieser leichten Verwirrung, lief aber alles sauber während der Show. Eine Rückkopplung an den Mikrofonen oder das ausfallen der Scheinwerfer wäre schlimmer gewesen. Während des Konzerts ging ich noch ein paar mal runter in den Konzertsaal, um den Sound zu überprüfen und behielt die Pegelwerte für Matthias im Blick. Als die Show vorbei war, holten wir uns noch ein Getränk um auf das gelungene Konzert anzustoßen und bauten danach unserer Equipment ab.
Musiktheorie Mixing und Akustik: Während meines Praktikums bei Salvador-Studioz habe ich vieles über diese Bereiche lernen können. Z.B erklärte mir Matthias während des ersten Monats, dass ich den selben Akkord, verschieden erklingen lassen kann indem ich einzelne Noten eines Akkords höher oder tiefer einspiele. Außerdem empfahl er mir, dass ich mich über den Quintenzirkel und generell mehr mit der Harmonielehre befassen sollte. Der Quintenzirkel ist ein wirklich mächtiges Werkzeug um herauszufinden, welche Akkorde und Noten sich gut miteinander kombinieren lassen. Für mehr Informationen zu diesem Thema empfehle ich den folgenden Beitrag einer ehemaligen Praktikantin.

Des Weiteren habe ich die Grundlagen von Mixing gelernt und wie ich dafür Kompression, EQ, Saturation, und Reverb richtig einsetzen kann. Ich habe eine Vielzahl nützlicher PlugIns, Controller und Funktionen kennengelernt. Beispiel: Sidechain compression/Ducking: kombiniert mit der Kick lässt sich somit ein Effekt erzielen, bei welchem die anderen Sounds durch das einsetzten der Kick in den Hintergrund gerückt werden, was wiederum die Kick kräftiger/klarer erscheinen lässt und durch das sich verschieben der anderen Sound den Track schwer und dennoch kraftvoller klingen lässt. (Besonders empfehlenswert im den Bereichen Elektro, Techno und dessen Sub-Gernes) Und habe ich gelernt, dass eine klare Raumakustik mit guter Schallabsorbtion und dennoch genug Höhengehalt und das passende Equipment wie beispielsweise, solide neutral klingende Monitoren und ein Audio-Interface, essenziell für die Arbeit in der Audio-Produktion sind. Denn man braucht sowohl für das Aufnehmen als auch für die Bearbeitung von Songs, Räume in welchen die Schallwellen nicht auf harte sondern abgedämpfte Wände treffen, da diese sonst die Schallwellen zu stark reflektieren und somit zu viel Schall erzeugen, wodurch Nachhallzeit entsteht. Das kann bei Aufnahmen zu unerwünschten Ergebnissen führen und beim Abmischen den Sound, welchen man hört verfälscht wiedergeben. Z.B. kann es sein, dass man dann denkt der Song klingt an manchen Stellen zu höhenlastig oder zu schallend und ehe man sich versieht und den Track dann bei einem Freund auf der Anlage hört, klingt alles ziemlich Dumpf und gewisse Elemente hört man kaum noch raus. Das ist übrigens auch der Grund, warum man zusätzlich zum Abmischen auch gute aber neutral klingende Monitore braucht. Denn die meisten Lautsprecher fügen je nach Anfertigung, dem Sound weitere positive Eigenschaften hinzu. Das ist toll wenn man Musik genießen möchte, aber unvorteilhaft beim Abmischen und Mastern. Denn das Klangerlebnis ist nicht mehr authentisch und anstatt den Sound perfekt für alle Geräte zu mischen, passt man den Sound nur auf die Eigenschaften der eigenen Lautsprecher an. Ein Audio Interface sorgt dafür das aufgenommene Signale von dem Computer besser verarbeitet werden können, wodurch der Klang der Aufnahme sich maßgeblich verbessert und die Aufnahme auch exakt zur selben Zeit übertragen wird. Ich hatte Zuhause z.B mit meinem alten Mikrofon immer das Problem, dass alles zeitverzögert aufgenommen wurde weil ich es direkt an dem PC angeschlossen war. Man nennt diesen Effekt auch Latenz. Dies konnte ich auch während meiner Aufnahmen über die Kopfhörer wahrnehmen, was ziemlich irritierend war und eine gute Aufnahme mit Kopfhörern unmöglich machte. Mittlerweile habe ich ein eigenes Audio-Interface und ein paar solide Monitore aufgetrieben. Durch das Füllen von Ecken mit Stoffmaterial wie Kissen und Decken und das Platzieren von Akustikschaumstoff sowie alten Matratzen hab ich meine Raumakustik ebenfalls etwas aufbessern können. Darüber hinaus konnte ich auch durch das zusätzliche Wissen über Musiktheorie und Mixing, die Qualität meiner Tracks um einiges steigern. Akkorde und Melodien harmonieren jetzt besser miteinander und klingen schlüssiger. Außerdem nehme ich jetzt besser wahr, worauf man beim Mixing achten muss und wie man es umsetzten kann.

Zum Abschluss noch Folgendes: Das Praktikum in den Salvador-Studioz war eine sehr lehrreiche Zeit für mich und die Arbeit dort hat mir viel Spaß gemacht.
Neben dem ganzen Wissen und den Eindrücken, die ich sammeln konnte, hat mir besonders das Arbeitsumfeld und die generelle Stimmung am Arbeitsplatz gut gefallen. Die Arbeitsbeziehung, welche ich zu Matthias, Anna und den Mitpraktikant*innen hatte, war kollegial und respektvoll. Wenn es mal Kritik gab, wurde sie immer direkt und sachlich vermittelt. Ich kann jedem, der Interesse an Medienproduktion hat (sei es im Bereich Sound-,Grafik- oder Bilddesign), ein Praktikum in den Salvador Studioz nur wärmstens empfehlen. Vielen Dank für die tolle Zeit.
Luca Ps: Die Schafskäse-Pepperoni Pizza ist eine der geilsten Pizzen die ich jemals gegessen habe. :)












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