Der Producer-Guide - Warum Mischpulte nicht ins Studio gehören!


Der Producer-Guide

Der Mischpultmythos

Diese Zeilen widme ich einem schon lange bestehenden Mythos, durch den Tonstudios sich durch große Mischpulte mit vielen Potis und einem gigantischen Outboard auszeichnen. So denken auch viele angehende Produzenten anfänglich, ein Mischpult sei Pflicht für sie. Hier muss ich dann mal kurz intervenieren:

Große Pulte - Studiopflicht?

Ein Mischpult, so wie es in den großen Tonstudios von Universal und Sony steht, macht nur dann Sinn, wenn auch eine Vielzahl der Kanäle genutzt wird. Nehme ich ein Schlagzeug auf, dann kommt da schon einiges an Mikrofonen zusammen. Mit acht verschieden positionierten Abnehmern bekommt man ein einigermaßen sauberes klangliches Bild dargestellt, aber auch hier benötigt man kein Mischpult.

Ein mehrkanäliges Interface wandelt die aufgenommenen Schallwellen in ein digitales Format um und nun ist es kein Problem diese nach Belieben zu bearbeiten. Betrachtet man es genauer, bietet das Mischpult neben den analogen Bauteilen und dem daraus resultierenden Eigenklang sogar den ein oder anderen Nachteil, denn alle Veränderungen die durch das Mischpult auf der Aufnahme erzeugt werden sind unwiderruflich! Das kann besonders für Anfänger, die noch nicht genau wissen was sie tun, für Probleme sorgen.

Der Mythos und die Realität.

Warum steht also ein Mischpult in einer solchen Größe in diesen Studios? Ganz einfach: zunächst sind viele Mischpulte mittlerweile digital und zeitgleich mit der Software als Controller und Interface verbunden. Diese Symbiose bietet einem die Möglichkeit, bei komplexen Tracks mit vielen Spuren die Übersicht zu behalten. Die analogen Equalizer eignen sich besser zum Boosten bestimmter Frequenzen, was digital zwar auch geht, aber nicht ganz so gut klingt. (Wir reden hier von Nuancen!).

Analoge Pulte werden inzwischen eher selten genutzt, da diese noch nicht mit entsprechenden Wandlern ausgestattet sind. Die sogenannten Analog/Digital oder auch A/D Wandler, sorgen dafür dass analoge Signale wie das Schwingen einer Gitarrensaite in ein digitales Format gebracht werden können, das später weiterverarbeitet werden kann. In einigen Studios wird noch mit vielspurigen Bandmaschinen gearbeitet, um einen besonders warmen und individuellen Sound durch Bandsättigung zu erzeugen. Hier können analoge Pulte ihre Vorteile ausspielen.

Mischpult in Bedienung

Große Mischpulte bieten auch dann enorme Vorteile, wenn zusätzlich auch eine Vielzahl analoger Geräte wie Hall-, Effekt- oder Dynamikprozessoren genutz und gesondert auf zusätzlichen Kanälen mittels Aux/Send beigemischt werden sollen. Beispiel: Ein Sänger singt etwas ein. Auf Kanal eins liegt seine Stimme, Kanal zwei wird mit dem reinen Hall belegt, Kanal drei mit einem Chorus und so weiter. Mit Software und Interface ist dies zwar auch möglich, doch ein My unübersichtlicher und weniger intuitiv.

Was bedeutet das für euch? Sofern ihr nicht einen riesigen Haufen an analogen Geräten wie Bandmaschinen, Halleffekten, Kompressoren und anderem Kram habt, reicht in der Regel ein Interface aus. Mit dem Interface wandelt ihr die Schallwellen qualitativ hochwertig in entsprechende digitale Formate um und übertragt sie in eine DAW, wo die aufgenommenen Spuren dann mit allerlei Effekten versehen und per digitalem Fader gemischt werden können - was natürlich auch deutlich weniger Strom verbraucht als analoges Equipment. Passiert einem also ein Fehler bei der Einstellung eines Kompressors oder eines Halleffektes, ist dieser mit wenigen Klicks behoben.

Fazit: Ein Tonstudio benötigt nicht mehr unbedingt ein großes Mischpult, auch wenn es dann Vorteile bringt, wenn man ein großes Outboard mit analogen oder digitalen Hardware Effekten besitzt. Selbstverständlich wird mir jetzt jeder Audio Engineer der alten Schule eine paddeln und sagen, dass dieser analoge Sound wärmer und besser klingt, von den vielen Vorteilen schwärmen, die die Luxuspulte der Spitzenstudios mit sich bringen und ja, auch ich liebe die vielen Möglichkeiten, doch wird mir hier niemand widersprechen wenn ich sage, dass man gerade als Projektstudio sein Equipment dem Zweck und der Kundschaft anpassen und lieber zu einem guten Interface greifen sollte, als sich direkt ein überdimensioniertes und kostspieliges Mischpult zu besorgen.

Habt ihr Lust auf mehr? Dann können wir euch nur empfehlen, bei uns an einem Workshop teilzunehmen! Wir bieten euch die Möglichkeit, sofort mit dem nötigen Know-how in die Themen Akustik, Producing, Recording, Mixing und Mastering einzusteigen!

Beste Grüße, Fred Christians und das Team der Salvador Studioz Münster, eurem Dienstleister für Projekte im Bereich Tonstudio, Grafikdesign, Proberaum und Events im Tonstudio

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